„Warum gerade er?“ fragte die Mutter völlig verzweifelt ins Leere...

„Warum gerade er?“ fragte die Mutter völlig verzweifelt ins Leere...

Die KID-Mitarbeiterin Sabine D. hält ihre Hand. Sie weiß, dass sie auf solche Fragen keine Antwort geben kann, keine Antwort geben muss, dass oft keine Begründung erwartet wird. Sie hat soeben mit der Polizei die Nachricht überbracht, dass der Sohn mit seinem Motorrad in Österreich schwer verunglückt ist und die Ärzte um sein Leben kämpfen. Sie bietet der weinenden Mutter ihre Hilfe an, indem sie lange schweigend bei ihr sitzen bleibt... Erst viel später kommt sie dazu, die vielen Fragen nach dem Unfallhergang und den nächsten Schritten, die zu tun sind, zu beantworten.

Die ist nur ein Beispiel für die vielen Einsätze, die der Kriseninterventionsdienst Garmisch-Partenkirchen jährlich übernimmt.

Willkommen

auf der Homepage des Kriseninterventions Team Gap

Auf den nachfolgenden Seiten wollen wir Ihnen unsere Arbeit und unser Team vorstellen sowie weiterführende Informationen zum Thema Krisenintervention geben.

Sollten Sie Anmerkungen oder Fragen haben, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen würden.

Was ist Krisenintervention?

Krisenintervention überbrückt die ersten Stunden nach dem Trauma bis zum Einsetzen des eigenen sozialen Netzes (Familie, Freunde oder andere soziale Einrichtungen).

Krisenintervention bedeutet im Allgemeinen eine externe Einflussnahme, um bei einem Individuum oder einer sozialen Gruppe, die in eine Krise geraten ist, eine weitere kritische Entwicklung zur Katastrophe zu verhindern.
Eine Krise ist jede Situation, in der der Einzelne oder die Gruppe mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln nicht mehr in der Lage ist, diese zu bewältigen.

Dies betrifft im Rahmen des Rettungsdienstes vor allem Angehörige von verunglückten oder erkrankten Personen, aber auch von Einsatzkräften in besonderen Situationen.
Die Aufgabe der Krisenintervention ist die Betreuung von Menschen, die nach einem traumatischen Ereignis unter starken seelischen Belastungen leiden oder unter akutem psychischen Schock stehen und nicht medizinisch körperlich versorgt werden müssen.
Die Betreuung erfolgt im unmittelbaren Anschluss an den Einsatz des Rettungsdienstes, der Feuerwehr oder der Polizei und erstreckt sich über die ersten Stunden nach dem Trauma.

Dabei will die Krisenintervention den Betroffenen Orientierung geben, die Verarbeitung der Ereignisse unterstützen und die eigene Handlungsfähigkeit wieder herstellen.
Die ergriffenen Maßnahmen sollen zur Prävention einer möglicherweise auftretenden Belastungsstörung beitragen, eine seelische Erkrankung, die im Anschluss an ein Trauma mit Depressionen, Schlaf- und Wahrnehmungsstörungen, Angstzuständen, Alpträumen und/oder Schuldgefühlen auftreten kann.

Einsatzindikationen

Rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche stehen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des KID Garmisch-Partenkirchen für Hilfs- und Betreuungseinsätze bereit.

Angefordert werden die Krisenhelfer/-innen von den Rettungsdiensten, der Feuerwehr, der Polizei und dem Klinikum Garmisch-Partenkirchen.
Das Einsatzgebiet erstreckt sich über den gesamten Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Die Alarmierung erfolgt über die integrierte Leitstelle Oberland (ILS).
Nach dem Alarm treffen die KID-Mitarbeiter schnellstmöglich ohne Inanspruchnahme von Sonderrechten am Einsatzort ein.

Das Hilfsangebot des KID Garmisch-Partenkirchen wendet sich an drei Personengruppen:

  1. primär geschädigte Personen (z.B. unverletzte Unfallopfer)
  2. sekundär geschädigte Personen (z.B. unverletzte Unfallbeteiligte, Angehörige von primär geschädigten Personen)
  3. Mitarbeiter/-innen von Rettungsdiensten, Feuerwehren sowie weiterer (Hilfs-) Organisationen

Zu den Einsatzindikationen zählen somit:

  • Betreuung von Angehörigen nach Tod im häuslichen Umfeld
  • Betreuung von Angehörigen nach Suizid oder Suizidversuch einer nahestehenden Person
  • Betreuung von Angehörigen während oder nach erfolglosem Abbruch einer Reanimation
  • Überbringung einer Todesnachricht zusammen mit Polizeibeamten
  • Betreuung nach Tod eines Kindes sowie bei plötzlichem Kindstod
  • Einsätze mit vielen Beteiligten (z.B. Verkehrsunfall, Brandeinsatz, Busunfall, ...)
  • Person unter Zug
  • Einsätze bei Großschadenslagen sowie Katastropheneinsätzen
  • Einsätze mit besonderen psychischen Belastungen für Betroffene

Aktuelles

Empfang für die Helferinnen und Helfer beim G7-Gipfel 2015 in Elmau

30. Nov. 2015

Bayern sagt Danke für eine exzellente Teamleistung von höchster Professionalität.

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Ehrung für Gründungsmitglieder

30. Nov. 2015

Jahreshauptversammlung beim Kriseninterventionsdienst Garmisch-Partenkirchen

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Zur Stelle - wenn das Schicksal ruft

25. Mär. 2015

87 Einsätze mit 10776 Stunden für den Kriseninterventionsdienst

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KID Garmisch - Partenkirchen

Geschichte und Entwicklung der PSNV (Psyo-Sozialen-Notfallversorgung)

Am 9. März 1994 wurde auf Initiative des damaligen Münchner Diakons und Rettungsassistenten Andreas Müller-Cyran das Kriseninterventionsteam des Arbeiter-Samariter-Bundes München gegründet.

Der Auslöser für die Gründung des ersten KITs weltweit war ein schwerer Verkehrsunfall in München, bei dem ein Kind tödlich verunglückt ist und die Eltern nahezu ohne jegliche Art von Betreuung an der Einsatzstelle zurückbleiben mussten.
Für solch eine Situation sah bis dato die auf Vitalparametern und Funktion ausgerichtete Rettungsmedizin keine Lösung vor...

Nach dem Vorbild der Münchner Kollegen entstanden in den folgenden Jahren zahlreiche Kriseninterventionsteams bzw. Kriseninterventionsdienste im gesamten Bundesgebiet.

Als der evangelische Pfarrer Stefan Blumtritt, selbst ehrenamtlicher „Rettungsdienstler“, seine Pfarrstelle im bayerischen Oberland antrat, erkannte er schnell die Notwendigkeit eines Kriseninterventionsdienstes für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen.
Aus diesem Grund wurde im Dezember 1999 der Verein „Arbeitskreis Kriseninterventionsdienst Garmisch-Partenkirchen e.V.“ gegründet.
Als gemeinnütziger Verein gehört er dem „Diakonischem Werk in Bayern“ an, die Konfessionen der (zukünftigen) Mitarbeiter des KID Garmisch-Partenkirchen sind jedoch breit gefächert. Nach intensiver Schulung der ersten Mitglieder konnte der Verein im März 2000 seine Arbeit aufnehmen.

Eine Besonderheit gegenüber den meisten anderen Kriseninterventionsdiensten ist, dass die Krisenhelfer des KID Garmisch-Partenkirchen für ihre Mitarbeit im KID nicht unmittelbar einer Hilfsorganisation angehören müssen.
Subjektiv gesehen bringt dies große Vorteile hinsichtlich der KID-Struktur und der Akzeptanz bei den Klienten. Etwaige Defizite im Bereich Organisationsstrukturen von Hilfsorganisationen, Zusammenarbeit bei Großschadenslagen oder theoretische Grundkenntnisse in der Notfallmedizin werden in speziellen Fortbildungen (vor dem ersten Einsatz) von erfahrenen Dozenten des BRK bzw. von Fachärzten/Notärzten aufgehoben.

Aktuell besteht der KID Garmisch-Partenkirchen aus 27 aktive Mitglieder.

Ausbildung

Die Ausbildung zum Krisenhelfer erfolgt nach den Vorgaben des Curriculums zur Ausbildung in präklinischer Krisenintervention.

Diese Rahmenvorschriften sind von den bayerischen Hilfsorganisationen, die sich hierfür in einem Landesarbeitskreis Psychosoziale Notfall-Versorgung (LAK PSNV) zusammengeschlossen haben, zur Regelung der theoretischen Ausbildung festgelegt.
Der Mindestumfang beträgt 80 Unterrichtseinheiten mit je 45 Minuten.

Die einzelnen Ausbildungsabschnitte sind in folgende Themengebiete unterteilt:

  1. Einführung in den Lehrgang
  2. Einführung in die Psychotraumatologie
  3. Organisationsstrukturen
  4. Kultur und Religion
  5. Suizid
  6. Psychiatrie und Psychotherapie
  7. Kommunikation
  8. Besondere Zielgruppen
  9. Struktur einer Intervention und Einsatzindikationen
  10. Psychohygiene
  11. Recht und Verwaltung
  12. Abschlussgespräch, Lehrgangsreflexion

Der Ausbildungskurs 2015 umfasste insgesamt 112 Unterrichtseinheiten. Grund für die Erhöhung der Unterrichtseinheiten war ein umfassender Fokus auf Rollenspiele und Kommunikationstraining.

Vor Kursbeginn werden die Interessenten zu einem Auswahlgespräch mit der KID-Vorstandschaft eingeladen und umfassend über die Ausbildung und die Arbeit des Kriseninterventionsdienstes informiert.
Später gibt es mit den einzelnen Teilnehmern ein Zwischen- sowie Abschlussgespräch. Nach der bestandenen theoretischen Abschlussprüfung hospitieren die neuen Mitglieder bei erfahrenen Kollegen.

Die aktiven KID-Mitarbeiter treffen sich monatlich zu einem Fortbildungsabend. Die Themen gehen z. B. von einem Besuch der ILS Oberland, über die Vorstellung zu Tod und Sterben im Islam, Großschadenslagen, bis hin zu Informationen zu den Besonderheiten bei Schienenunfällen. Die thematischen Fortbildungsabende wechseln mit Fallbesprechungen ab.

So erreichen Sie uns

Eine Alarmierung des KID Garmisch-Partenkirchen findet ausschließlich nur über die integrierte Leistelle (ILS) Oberland (Notruf 112) nach vorangegangener Anforderung durch Rettungsdienst, Polizei oder Feuerwehr statt.

Haben Sie Fragen zu unserer Arbeit, Interesse an unserem Aufgabengebiet oder sollten wir gar Ihr Interesse an einer Ausbildung und Mitarbeit im KID Garmisch-Partenkirchen geweckt haben, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns kontaktieren würden:

Anna Maria Laber
1. Vorsitzende KID Garmisch-Partenkirchen
laber-anna@web.de

Babsi Anwander
2. Vorsitzende KID Garmisch-Partenkirchen
babsi.anwander@t-online.de

Postanschrift:
Arbeitskreis Krisenintervention (KID) Garmisch-Partenkirchen e.V.
Bernadeinweg 5
82467 Garmisch-Partenirchen
info@kid-garmisch.de

Mitarbeit und Spenden

Neben der aktiven Teilnahme an unserer Arbeit können Sie natürlich auch förderndes Mitglied in unserem gemeinnützigen Verein werden. Eine fördernde Mitgliedschaft ist ab dem vollendeten 18. Lebensjahr möglich.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte jederzeit an:

info@kid-garmisch.de

Sollten Sie unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen wollen, so erhalten Sie nach Eingang auf unser unten genanntes Konto und Angabe Ihrer Adresse eine Spendenquittung.

Unser Spendenkonto:
Kriseninterventionsdienst Garmisch-Partenkirchen (KID GAP)
SWIFT-BIC: BYLADEM1GAP
IBAN: DE11 7035 0000 0000 0100 66

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!